Kartoffelbau stärken:
Mit Innovation und Vielfalt die Zukunft sichern
Die Schweizer Kartoffelproduktion steht vor grossen Herausforderungen - von Klimaveränderungen bis hin zu schwankenden Erträgen. KADI, ein führender Hersteller von Kühl- und Tiefkühl-Kartoffelprodukten aus Langenthal, setzt auf Schweizer Rohstoffe und enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, um Qualität und Versorgung zu sichern. Im Gespräch mit dem Schweizer Bauernverband erklärt Yvonne Richard, CEO a.i. sowie Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung, welche Lösungen sie dafür verfolgen.
Firmenportrait
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Gründungsjahr |
1951 |
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Firmenstandort |
Langenthal |
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Anzahl Mitarbeitende |
Rund 200 |
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Kerngeschäft |
Produktion von 270 Kühl- und Tiefkühlartikeln hauptsächlich für die Schweizer Gastronomie. Die Spezialität ist die Herstellung von Kartoffelprodukten, insbesondere Frites. |
Yvonne Richard, KADI
Schweizer Kartoffeln als Basis – doch reicht die Ernte aus?
KADI setzt konsequent auf Schweizer Rohstoffe und versucht, den Bedarf von ungefähr 34'000 Tonnen Kartoffeln möglichst mit inländischer Ware zu decken. Die Verwendung regionaler Rohstoffe sorgt nicht nur für kürzere Transportwege, sondern unterstützt auch die Versorgungssicherheit und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Doch der nasse Sommer 2024 hat gezeigt, wie anfällig die Produktion sein kann – im Bereich Frites fehlten laut Swisspatat rund 70’000 Tonnen Kartoffeln. In guten Erntejahren können wir unseren Bedarf fast vollständig mit Schweizer Kartoffeln decken», erklärt CEO a.i. Yvonne Richard. «Doch wenn die Ernte zu tief ausfällt, müssen wir importieren.»
Sortenvielfalt als Zukunftsstrategie
Kartoffeln sind als Naturprodukt stark vom Wetter abhängig. Hitze und Trockenheit führen zu kleineren Knollen und Ertragseinbussen, während zu viel Regen die Qualität mindert. «Wir beobachten immer grössere Schwankungen, nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern auch innerhalb einer Ernte», sagt Yvonne Richard. Entsprechend sei die Sortenvielfalt ein wichtiger Aspekt und KADI investiere deshalb in Sortentests und Forschungsprojekte. Die Toleranz von Kartoffelsorten bezüglich verschiedener klimatischer Bedingungen hilft, die Produktion auch in Jahren mit schwierigen Wetterbedingungen zu stabilisieren. «Die Vielfalt verringert die Abhängigkeit von einzelnen Sorten und mindert das Risiko», so Yvonne Richard. Gefragt seien ausserdem innovative Lösungen für Sekundärprodukte oder für Rohstoffe mit niedriger Qualität, «damit wir aus den inländischen Kartoffeln so viel wie möglich herstellen können.»
KADI in Langenthal
KADI ist ein führender Hersteller von Kühl- und Tiefkühl-Kartoffelprodukten
Gemeinsam die Herausforderungen meistern
Konsumentinnen und Konsumente hätten heute bestimmte Erwartungen an Frites bezüglich Knusprigkeit, Aussehen und Geschmack. Doch KADI ist überzeugt, dass es zukünftig ein ganzheitlicheres Qualitätsverständnis braucht: „Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind genauso wichtig wie die sensorischen Aspekte der Frites.» Das könnte bedeuten, dass Pommes in Zukunft nicht immer gleich aussehen und dem heute gängigen Bild etwas weniger entsprechen.
Für KADI ist die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und anderen Akteuren der Wertschöpfungskette entscheidend. „Nur durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit über alle Stufen hinweg können wir den Herausforderungen wie zunehmend grössere Qualitätsschwankungen begegnen.» Diese Tatsache fordere die Produktion genauso wie die Verarbeitung und setze in beiden Bereichen genügend Mittel für Forschung und Entwicklung voraus.



