Wertschöpfung
Der Produktionswert der Schweizer Landwirtschaft setzt sich aus der Wertschöpfung in den einzelnen Bereichen zusammen. Die Abbildung 2 zeigt, wie sich die Werte pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse verändert haben. Der Pflanzenbau trägt etwa einen Drittel zum Produktionswert der Landwirtschaft bei, wobei die Spezialkulturen Gemüse, Obst, Beeren und Weinbau sowie die Futterpflanzen wertmässig eine dominante Rolle spielen. Sie machen gesamthaft rund 2/3 des Produktionswertes im Pflanzenbau aus. Das restliche Drittel entfällt in absteigender Reihenfolge auf die flächenmässig mit Abstand am meisten angebauten Ackerkulturen Getreide, gefolgt von Kartoffeln, Zuckerrüben, Ölsaaten und Eiweisspflanzen. Der Produktionswert der pflanzlichen Produktion unterliegt starken jährlichen Schwankungen. Diese sind hauptsächlich auf das Wetter zurückzuführen: Lange trockene oder nasse Phasen, Hagel oder Spätfröste haben direkte Auswirkungen auf die Erträge/Qualität und damit auf den Produktionswert. Zunehmend machen sich auch die fehlenden Schutzmöglichkeiten gegen Krankheiten und Schädlinge bemerkbar.
Entwicklung des Produktionswertes
Abb.2: Entwicklung des Produktionswerts in Mio. Franken
Marktorientierung
Landwirtschaftliche Betriebe richten ihre Produktion an den aktuellen Bedürfnissen und Nachfragen des Marktes aus. Anbaurisiken, Ertragsschwankungen, wetterabhängig variierende Nachfragen, Trends im Konsumverhalten oder auch saisonale Schwankungen erschweren die Planung. Ein Beispiel ist die wachsende Nachfrage nach Proteinpflanzen. Davon könnten Bäuerinnen und Bauern theoretisch profitieren. Praktisch sind die Herausforderungen beträchtlich:
- Wetterbedingungen, Schädlinge und Krankheiten führen zu stark schwankenden Erträgen.
- Es fehlt ein Grenzschutz, der die inländische Produktion vor billigen Importen schützt. Dadurch sind die Schweizer Proteinpflanzen viel teurer.
- Die Kapazität für die Verarbeitung von Proteinpflanzen in der Schweiz ist beschränkt.
- Es fehlt ein klares Bekenntnis der grossen Verarbeiter von Pflanzenproteinen und des Detailhandels für Schweizer Rohstoffe.
- Es fehlen verbindliche Richtpreise und Übernahmebedingungen, welche einen wirtschaftlich lohnenden Anbau ermöglichen.
Labels und deren Einfluss auf die Wertschöpfung
Labels wie «IP-SUISSE» oder «Bio-Suisse» oder die Herkunftsbezeichnung «SuisseGarantie» spielen eine wichtige Rolle bei der Nachfrage nach pflanzlichen Produkten. Die beiden Labels garantieren den Konsumierenden nachhaltige Anbaumethoden. «SuisseGarantie» steht für kontrollierte Schweizer Herkunft und stellt sicher, dass Produkte aus Schweizer Rohstoffen in der Schweiz hergestellt werden. Dadurch lassen sich Mehrwerte im Anbau und die lokale Herkunft am Mark ausloben. Idealerweise profitieren Landwirtinnen und Landwirte so von höheren Preisen, da Konsumierende bereit sind, für zertifizierte Produkte mehr zu bezahlen. Höhere Preise sowie allfällige Prämien müssen auch die Verluste decken, die mit dem geringeren Ertrag verbunden sind.
Jedoch gibt es auch Grenzen: Steigt die Nachfrage nicht im gleichen Masse, kann ein Überangebot an zertifizierten Produkten zu Preisverfall oder Prämiensenkung für Produzenten führen. Zudem sind die Anforderungen für solche Zertifizierungen oft mit höheren Kosten verbunden.
