Ernährungssicherheit

Der Selbstversorgungsgrad zeigt, inwieweit die Schweizer Landwirtschaft die Nachfrage der Bevölkerung aus eigener Produktion decken kann (Abbildung 3). Besonders hoch ist dieser bei Kartoffeln, Brotgetreide, Zucker und Gemüse, während andere Bereiche wie pflanzliche Fette und Früchte stärker auf Importe angewiesen sind.

In der Schweiz produzierte Nahrungsmittel in Prozent des Verbrauchs auf Basis der verwertbaren Energie für das Jahr 2022

Abbildung 3: In der Schweiz produzierte Nahrungsmittel in Prozent des Verbrauchs auf Basis der verwertbaren Energie für das Jahr 2022. Lesebeispiel: Der Kartoffelkonsum wird zu 77 % durch inländisch produzierte Kartoffeln abgedeckt, die restlichen 23 % werden importiert. Quelle: Agristat, Nahrungsmittelbilanz.

Die Schweizer Bevölkerung bezieht bereits heute mehr als zwei Drittel ihrer Kalorien aus pflanzlichen Quellen (Abbildung 4). Deshalb spielt die Förderung pflanzlicher Lebensmittel eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der Ernährungssicherheit. Allerdings sinkt aktuell die pflanzliche Produktion, was sich negativ auf die Ernährungssicherheit auswirkt.

Verbrauch an pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittelenergie

Abbildung 4: Verbrauch an pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittelenergie. Quelle: agristat, Nahrungsmittelbilanz

Eine nachhaltige und ausreichende Versorgung mit pflanzlichen Produkten kann die Abhängigkeit von importierten Lebensmitteln reduzieren und die regionale Versorgung stärken. Klimatische Veränderungen, fehlende Schutzmassnahmen gegen Schädlinge, fehlender Grenzschutz und andere wirtschaftliche Herausforderungen erschweren den Anbau und indirekt auch die Ernährungssicherheit bei pflanzlichen Lebensmitteln.

Die Bedeutung der Ernährungssicherheit wurde besonders nach der COVID-19-Pandemie und durch geopolitische Konflikte deutlich. Unterbrochene Lieferketten, steigende Lebensmittelpreise und Versorgungsengpässe haben gezeigt, wie anfällig globale Märkte sind. Länder mit einer stabilen und vielfältigen Eigenproduktion können Krisen besser bewältigen. Mehr zu diesem Thema ist im Fokus «Ernährungssicherheit» zu finden.

Geschlossene Nährstoffkreisläufe

Das Schliessen von Kreisläufen ist ein zentrales Element ökologischer Nachhaltigkeit. Aus Sicht der Landwirtschaft bedeutet dies, Nährstoffflüsse zwischen Pflanzenbau, Tierhaltung und Umwelt zu optimieren, Verluste zu minimieren und natürliche Ressourcen effizient zu nutzen.

Kreisläufe lassen sich schliessen durch:

  • Die Kombination von Pflanzenbau und Tierhaltung. Der Einsatz organischer Hofdünger (Gülle, Mist) aus der Tierhaltung im Pflanzenbau reduziert den Bedarf an importierten Mineraldüngern.
  • Die Verwendung von Abfällen aus der Lebensmittelverarbeitung als Tierfutter, z.B. Zuckerrübenschnitzel oder Molke.
  • Die Verwertung pflanzlicher Nebenprodukte, die während Produktion und Verarbeitung anfallen. Stroh, Blätter, Pressrückstände oder Schnitzel enthalten wertvolle organische Substanzen und Nährstoffe. Stroh aus der Getreideernte dient traditionell als Einstreu in der Tierhaltung, als Hofdünger landet es schliesslich wieder auf den Feldern.
  • Die energetische Nutzung von pflanzlichen Nebenprodukten durch Biogasanlagen. Durch die Vergärung organischer Materialien entsteht Energie. Die Gärreste enthalten Nährstoffe und kommen als Dünger wieder aufs Feld.

Für Landwirtinnen und Landwirte sind damit sowohl Chancen als auch Herausforderungen verbunden. Während der effizientere Einsatz von Ressourcen die Kosten senkt und die Umweltbelastung verringert, erfordert die Anpassung oft Investitionen und einen hohen organisatorischen Aufwand.

Die Schliessung von Kreisläufen trägt nicht nur zur ökologischen Nachhaltigkeit bei. Sie stärkt auch die Resilienz der Landwirtschaft gegenüber externen Einflüssen wie steigenden Preisen für Mineraldünger oder Importabhängigkeiten.

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