Landwirtschaftliche Nutzfläche

Schweizer Bäuerinnen und Bauern können etwa ein Drittel der Schweizer Landesfläche nutzen (Abbildung 1). Davon sind etwa zwei Drittel Grünland (Weiden, Wiesen) und knapp 30% offene Ackerfläche. Auf der offenen Ackerfläche werden einjährige Acker-, Gemüse- und Beerenkulturen sowie Gewürz- und Medizinalpflanzen angebaut. Dauerkulturen wie Obst und Reben werden auf etwa 2 % der Fläche angebaut.

Die verantwortungsvolle Bewirtschaftung dieser Flächen ist die Basis für die Versorgung mit Lebensmitteln, aber auch für den Erhalt der Kulturlandschaft und die traditionelle Identität der Schweiz, was auch andere Wirtschaftszweige wie den Tourismus positiv beeinflusst.

Die optimale Nutzung landwirtschaftlicher Flächen

Die natürlichen Gegebenheiten prägen die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz, insbesondere die Topografie und die Höhenlagen.

  • Die Schweiz, ein Grasland: Nicht alle landwirtschaftlichen Flächen sind für den direkten Anbau von Lebensmitteln nutzbar. Etwa 70% der Schweizer Landwirtschaftsfläche besteht aus Grünland, das sich nur für die Tierhaltung eignet.
  • Fruchtfolge: Um die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten, ist eine vielfältige Fruchtfolge zentral. Kunstwiesen (Futterbaumischungen aus Gräser- und Kleearten) und Futterpflanzen erweitern diese und sind daher wertvoll. Zudem tragen Kunstwiesen erheblich zur Bodengesundheit bei, u.a. indem sie die Humusbildung fördern und die Bodenstruktur stabilisieren.
  • Markt: Die Nachfrage nach tierischen und pflanzlichen Produkten beeinflusst die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche. In der Tierhaltung ist die Wertschöpfung pro Flächeneinheit oft höher als im reinen Pflanzenbau, da tierische Produkte wie Milch, Fleisch und Eier durch die Veredelung von Futterpflanzen entstehen.

Art der Bodennutzung

Abb. 1.1: Aufteilung der Schweizer Landesfläche nach Nutzungsart

Aufteilung der Ackerfläche nach Kultur

Abb. 1.2: Aufteilung der Ackerfläche nach Kultur

Standortangepasste Produktion als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Jeder Standort geht mit natürlichen Gegebenheiten wie Boden, Mikroklima oder Wasserversorgung einher. Die Anpassung von Produktionsmethoden, angebauten Kulturen und Sorten sowie der Fruchtfolge an diesen Standort ist ein zentraler Pfeiler der Nachhaltigkeit.

Boden

Unterschiedliche Bodenarten erfordern spezifische Bewirtschaftungsstrategien, um deren Fruchtbarkeit langfristig zu sichern. Eine gezielte Bodenbearbeitung, Humuserhalt und im besten Fall Humusaufbau, eine bedarfsgerechte Nährstoffzufuhr und das Vermeiden von Verdichtungen tragen dazu bei, die Bodenstruktur zu erhalten und Erosion zu verhindern.

Wasser

In Regionen, die zunehmend unter Sommertrockenheit leiden, gewinnt die Bewässerung an Bedeutung. Wassersparende Bewässerungssysteme ermöglichen eine gezielte und effiziente Wasserzufuhr und minimieren den Wasserverbrauch. Mehr Infos dazu sind im Fokus digital Klima zu finden.

Kulturen und Sorten

Die Wahl von Kulturen und Sorten mit einen hohen Hitze- und Trockenheitstoleranz ist mit Hinblick auf den Klimawandel ein zentraler Aspekt. Aktuell ist die Verfügbarkeit von toleranten Sorten in Bezug auf das Klima beschränkt. Der Wechsel von zu heissen/zu trockenen mit zu nassen Jahren macht Druck, die Züchtung von neuen Sorten zu verstärken.

Fruchtfolge

Eine vielfältige Fruchtfolge und die Kombination von Ackerkulturen mit Futterbau erhalten und fördern die Bodenfruchtbarkeit. Sie gleicht auch die Nährstoffversorgung im Boden aus und reduzieren das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall. So trägt auch der Futterbau zur Kreislaufwirtschaft innerhalb der Betriebe bei.

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