Frage 4: Welche Bedeutung haben die verschiedenen Tierarten – Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner?
Jede Tierart erfüllt ihre spezifische Rolle in der Schweizer Landwirtschaft
Kühe
Kühe sind die Königinnen der Schweizer Landwirtschaft und sozusagen unser Nationaltier. Grundsätzlich gibt es die Kuh in verschiedenen Ausprägungen und damit auch Rassen: Milchkuh, Mutterkuh oder Masttier. Als Wiederkäuer besteht ihr Futter zu 87 Prozent aus Raufutter wie Gras, Heu oder Silage. Damit verwandeln sie Gras in wertvolle Lebensmittel und pflegen gleichzeitig die Landschaft, indem sie Weiden offenhalten und die Biodiversität fördern.
Die Kuh ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor
Die Milchproduktion ist der wichtigste und umsatzstärkste Bereich der Schweizer Landwirtschaft. Es ist das einzige Schweizer Landwirtschaftsprodukt, das wir in Form von Käse exportieren. Das Rindfleisch ist das zweitwichtigste Landwirtschaftsprodukt. Die Kuh sorgt also für Einkommen und Arbeitsplätze, von den Landwirtschaftsbetrieben über die Verarbeitungsbetriebe bis in den Handel.
Erfahre hier mehr zur wirtschaftlichen Bedeutung.
Schaden Kühe dem Klima?
Kühe stehen wegen ihrem Methanausstoss und dessen Klimawirkung in der Kritik. Die Landwirtschaft arbeitet aktiv an Lösungen. Gezielte Zucht, längere Lebensdauer, verbesserte Stalltechnologien oder methanhemmende Futterzusätze tragen dazu bei, die Emissionen pro Liter Milch zu senken. Da es sich um natürliche biologische Prozesse handelt, lassen sie sich nicht beliebig steuern. Methan ist zudem ein kurzlebiges Klimagas. Im Vergleich dazu erwärmt CO2 das Klima während mehreren Jahrhunderten. Solange die Methanemissionen nicht zunehmen, trägt Methan wenig zur Erwärmung bei. Die Schweizer Rindviehhaltung wäre gar klimaneutral, wenn es gelänge, statt 4 Prozent 20 Prozent der Hofdünger in einer Biogasanlage zu vergären, bevor man sie als Dünger aufs Feld bringt.
Kühe rülpsen beim Wiederkäuen und setzen so Methan frei.
Ein Melkroboter kann eine Herde von 50 bis 60 Kühe melken. Das sind für Schweizer Verhältnisse bereits eine überdurchschnittliche Anzahl Tiere.
Ziegen und Schafe
Diese kleinen Wiederkäuer sind bodenschonende Spezialistinnen für steile Lagen. Sie beweiden auch mageres Weideland, welches für grössere Tierarten weniger geeignet ist und wo kaum Maschinen eingesetzt werden können. Sie tragen dazu bei, Flächen offen zu erhalten und die Verbuschung und Verwaldung zu verhindern. Ziegen sind dabei besonders trittsicher. Schafe kommen auch in Rebflächen oder Christbaumkulturen zum Einsatz. Sie sind zudem dank ihrer dichten Wolle winter- und wetterfest und finden ihr Futter auch unter einer Schneedecke. Auch Schafe und Ziegen machen wie Kühe aus Gras Milch und Fleisch und stellen so Lebensmittel in Gebieten her, in denen sich kein Getreide, Gemüse oder andere Produkte für die direkte menschliche Ernährung anbauen lassen. Die Wolle der Schafe lässt sich zu Kleidern, anderen Textilien oder auch Isolationsmaterial verarbeiten.
Schweine
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von knapp 20 kg pro Kopf und Jahr ist Schweinefleisch nach wie vor das meistkonsumierte Fleisch in der Schweiz und damit ein zentraler Bestandteil der inländischen Fleischproduktion. Als Allesfresser verwerten Schweine viele Nebenprodukte aus der Lebensmittelproduktion wie Schotte, Mühlennebenprodukte oder Rapsschrot und leisten damit einen Beitrag für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Reduktion von Foodwaste. Rund 365'000 Tonnen pflanzliche Nebenprodukte entstehen jedes Jahr bei der Verarbeitung von Milch, Getreide, Obst oder Gemüse in der Lebensmittelindustrie. (Agrarforschung).
Schweine sind tolle Foodwaste-Verhinderer. Sie fressen einen Grossteil der rund 365'000 Tonnen pflanzliche Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung. Der Rest geht in die Fütterung von Rindern und Geflügel.
In der Schweiz haben Hühner alle einen solchen Wintergarten zur Verfügung. Legehennen haben praktisch alle auch Zugang zu einer Weide.
Geflügel
Eier und Pouletfleisch treffen den Zeitgeist der modernen Ernährung. Sie sind vielseitig, proteinreich und passen deshalb zu einem gesunden, ausgewogenen Lebensstil. Besonders Eier gelten als natürliche Proteinquelle mit einer hohen biologischen Wertigkeit. Insgesamt ist eine wachsende Tendenz im Konsum von Pouletfleisch und Eiern zu beobachten. Weil der Konsum von Pouletfleisch und Eier steigt, nimmt die Geflügelhaltung in der Schweiz zu. Hinter der Produktion von Schweizer Poulet oder Eiern stehen hohe Standards, von der besonders tierfreundlichen Haltung über die Fütterung bis hin zur Verarbeitung. Viele Betriebe nehmen an den Programmen «Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme» (BTS) und «Regelmässiger Auslauf ins Freie» (RAUS) teil. Diese sorgen dafür, dass die Tiere Platz, Tageslicht und Auslaufmöglichkeiten haben.






