Kapitel 3: Aktuelle Versorgungslage

Importstatistik

Import-statistik

Als eines der grössten Netto-Importeurländern pro Kopf der Welt ist die Schweiz zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit auf stabile Handelsbeziehungen angewiesen. Die geografische Nähe und die logistisch gute Einbindung begünstigen Importe aus der EU, die über einen sehr starken Agrarsektor verfügt und die weltweit führende Exporteurin von Agrarprodukten ist. Es überrascht daher auch nicht, dass die drei wichtigsten Herkunftsländer gemessen am Warenwert unsere direkten Nachbarn Deutschland (17.5%), Italien (15.8%) und Frankreich (11.9%) sind. Insgesamt stammen über 70% der Agrarimporte aus der EU. Erst an siebter Stelle kommt mit den USA ein Handelspartner aus Übersee.

Importierte Vorleistungen als Produktionsgrundlage

Die Schweizer Landwirtschaft ist massgeblich auf verschiedenste Vorleistungen aus dem Ausland angewiesen: Saatgut, Maschinen, Mineraldünger, Arzneimittel usw. Diese Produktionsmittel werden im Inland nicht (mehr) hergestellt. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Landwirtschaft nicht von der restlichen Wirtschaft, die grundlegend von Rohstoffen und Energie aus dem Ausland abhängig ist. Jährlich werden Rohstoffe im Wert von 300 Milliarden Franken importiert. Die Landwirtschaft arbeitet daran, ihre Auslandabhängigkeit zu reduzieren, z.B. beim Dünger: Ab 2026 soll Phosphor aus Abwasser und Klärschlamm zurückgewonnen und damit ein geschlossener Nährstoffkreislauf sichergestellt werden. Stark im Fokus stehen die Importe von Futtermittel.  Deren Alternative ist jedoch die Erhöhung der Importe von Fleisch oder Eier. Das wäre für Tierwohl und Umwelt nachteilig, ohne dass sich dadurch die Abhängigkeit vom Ausland reduziert.

Abbildung 8: Landwirtschaftliche Importe nach Land
Quelle: Agristat 2021

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